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Bernhard RappazOrginal White Widow IBL
Bernhard Rappaz wurde als einziger Sohn eines Schweizer Winzers geboren. Im Alter von 15 Jahren verließ er, inspiriert durch die Hippie- und Studentenbewegung 1968, die Wein-bauern-Schule im Burgund, in die ihn sein Vater zwecks späterer Übernahme des elterlichen Weinberges gesteckt hatte. Mit Alkohol wollte er nichts mehr zu tun haben. Zwei Jahre später zog er aus dem Elternhaus aus und reiste nach Amsterdam, der damaligen Hochburg der Kiffer. B. Rappaz brachte ein Pfund Cannabis-Samen, die aus verschiedenen Anbaugebieten stammten, mit heim. Seitdem pflanzt er Cannabis an, in der Schweiz auch Chanvre genannt. Durch Kreuzungen und Auslese entstanden aus den Amsterdamer Samen die eigenen Sorten »Walliser Queen« und »Alp King«, die damals bei internationalen Hanfmessen Preise gewannen. Nach einem Ökologie-Studium in Lausanne kaufte er einen abgelegenen Bauernhof und wurde einer der ersten Biobauern im Wallis. Mit einer Windkraftanlage und Solarzellen produzierte er seinen eigenen Strom und kämpfte dafür gegen die Behörden und die Stromlobby.
In den 199oer-Jahren begann Rappaz, für die Liberalisierung des Hanfhandels und konsums zu kämpfen. Bernard Rappaz machte aus seinem Hanfanbau nie ein Geheimnis. Das fachte den Eifer der Walliser Polizei und Justiz an. 1992 baute er Hanf für den Eigengebrauch an und wurde angezeigt. 1993 pflanzte er 1000 Quadratmeter Cannabis an. Der Richter ließ die Pflanzen abschneiden. Im folgenden Jahr pflanzte Bernard mit anderen Bauern Cannabis zur Samengewinnung auf 4 Hektar an. Die Samen wurden beschlagnahmt. 1994 wendet sich das Blatt, und die Walliser Justiz steckt den Hanfbauern hinter Gitter, weil er »therapeutischen Hanf« und Haschisch auf ärztliches Rezept abgegeben hatte. Dort sorgt er mit einem 73-tägigen Hungerstreik für Schlagzeilen. Er bevorzuge einen bewussten Tod für den schweizerischen Hanf, verkündete Bernard Rappaz während seines ersten Hungerstreiks. Selbst konservative Stimmen fanden die Aussicht auf einen toten Hanfbauern beängstigend. Der damals 49-Jährige wurde aus der U-Haft entlassen, gegen den Willen des zuständigen Untersuchungsrichters. Die Walliser Strafkammer entschied: Die Gründe für die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft seien nicht mehr gegeben. hanfbutter machen
Seit Dezember 1997 war Bernhard Rappaz Gesellschafter und Geschäftsführer der Valchanvre Särl. Die Firma handelte mit diversen Hanfartikeln, Alkoholika mit Hanfgeschmack, Hanflebensmitteln, -kosmetika und -samen. Im November 2008 wurde er vom Bezirksgericht Martigny für schuldig befunden, zwischen 1996 und 2001 Hanf angebaut, gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen und Geldwäscherei begangen zu haben. Die Polizei hatte bei ihm rund 5o Tonnen Hanf beschlagnahmt. Bernhard Rappaz gestand anlässlich der Gerichtsverhandlung, 5 Tonnen verkauft und einen Gesamtbetrag von ungefähr 5 Millionen Franken eingenommen zu haben. Er argumentierte mit den heilenden Kräften des Marijuanas. Bernard Rappaz wurde zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt; der zuständige Staatsanwalt hatte 10 Jahre gefordert.
Am 20. März 2010 wurde er inhaftiert und trat erneut in einen Hungerstreik, um gegen das hohe gegen ihn verhängte Strafmaß zu protestieren. B. Rappaz hat eine Erklärung verfasst, wonach er nicht reanimiert oder künstlich ernährt werden wolle, falls er ins Koma fällt. Er wurde in den Gefängnistrakt des Berner In-selspitals verlegt. Die zuständige Staatsrätin ordnete im Juli 2010 eine Zwangsernährung an. Die Ärzte des Spitals widersetzten sich jedoch dieser Anordnung. Bernhard Rappaz hatte in einer Patientenverfügung bestimmt, dass er in keinem Fall eine Zwangsernährung akzeptiere. Ärzte müssen sich in einem solchen Fall an der Patientenverfügung orientieren. Im Weiteren habe die Phase vor dem Koma gewisse Risiken für die Gesundheit zur Folge, so lauten die neuen Erkenntnisse der Behörden. (In Deutschland haben die Behörden diesbezüglich jedoch keine Bedenken und ordnen in der Regel bei renitenten Personen eine Zwangsernährung an.) haschbrownies
Am 21. Juli gestatteten ihm die zuständigen Walliser Behörden Hausarrest an seinem Wohnsitz und Bernard Rappaz beendete daraufhin den Hungerstreik. Durch den Hungerstreik hat er insgesamt rund 3o Kilo verloren. Der Hanfbauer hatte seit rund zwei Monaten jegliche Nahrungsaufnahme verweigert. Bernard Rappaz hat ein wichtiges Ziel erreicht, er darf seine Strafe vorläufig unter strengen Bedingungen an seinem Wohnsitz verbüßen. Zurzeit wird er von seinem Hausarzt medizinisch betreut. Der Hanfbauer wird rund um die Uhr bewacht. Der gesamte Hof ist abgesperrt wie ein Gefängnis. Er darf täglich einen Spaziergang von höchstens einer Stunde machen. Angehörige können ihn nur ein Mal pro Woche für höchstens anderthalb Stunden besuchen kommen. Im Gegensatz zur Haftunterbrechung wird die Zeit des Hausarrests auf die Gesamtstrafe von fünf Jahren und acht Monaten angerechnet. Mindestens 2400 Franken pro Tag kostet allein die Bewachung des Hanfbauern, Investitionen wie die Installation von Videokameras, Spesen und weitere Sicherheitsmassnahmen nicht eingerechnet. Zum Vergleich: Ein Tag im Gefängnis kostet den Schweizer Steuerzahler rund 35o Franken. Die Gesamtkosten für den Fall Rappaz dürften sich mittlerweile auf über eine Million Franken belaufen. Erste Stimmen aus der Bevölkerung werden laut, die kein Verständnis für so eine »Sonderbehandlung« aufbringen wollen oder können.
Am 26. August 2010 geht der K(r)ampf in die nächste Runde, dann wird das Bundesgericht ein Urteil über die von Bernhard Rappaz eingereichte Beschwerde bezüglich der vom Walliser Kantonsgericht abgelehnten Haftunter-brechung fällen.
In der Schweiz genießt Bernhard Rappart einen sehr widersprüchlichen Ruf. Die einen bewundern ihn als konsequenten Hanfaktivisten, andere finden, er sei starrsinnig und uneinsichtig und wolle sich nur profilieren. Doch ist der Ruf erst ruiniert ...
Bernhard Rappaz
Jahrgang 1953,
Schweizer Hanfbauer aus Saxon Kanton Wallis Ich kämpfe nicht gegen Windmühlen, ich Liebe sie!

Held der Hanfscene